Segelclub Fällanden

SCF-Frühlingsregatta 4./5. Mai 2019

Die diesjährige Frühlingsregatta fand am ersten Maiwochenende bei kalten Temperaturen aber guten Windbedingungen statt. 

Erstmals übernahm Arno König als neuer Obmann die Leitung der SCF Frühlingsregatta und eröffnete damit den Wettstreit um die Greifensee-Meisterschaft 2019.

Im Gegensatz zu früheren Jahren wurde am Samstag nicht gesegelt – stattdessen trafen sich einige Segler zu einem Glas Wein und der Möglichkeit sich noch zur Regatta anzumelden. Die Temperaturen kühlten jedoch bereits ab, begleitet von teils starken Regenschauern und heftigen Böen. 

Meine Motivation, an der Regatta am nächsten Tag teilzunehmen, war in diesem Moment auf dem Tiefpunkt. Dennoch habe ich mich bei Markus Pappe in der neuen Regattasoftware registrieren lassen. Aufgrund der Wettersituation war bereits am Freitag angekündigt, die Regatta später und verkürzt zu starten – in der Hoffnung vielleicht den einen oder anderen Segler noch zur Teilnahme zu ermutigen. Als es dann am Sonntagmorgen zunächst trocken blieb, konnte ich als Katamaran-Segler der Aussicht auf stabile Windstärken von 3 - 4 Bft kaum widerstehen ... Also los!

Zur Steuermannsbesprechung um 11:00 Uhr fanden sich alle Segler und Helfer ein – insgesamt trotzten 11 Bootsbesatzungen der Kälte – 6 Yachten und 5 Jollen. 

Der Wind blies bereits mit 4 - 5 Bft aus N-NO, als um ca. 12:00 der Startschuss zum 1. Lauf ertönte. Von der Startlinie weg auf die erste Kreuz ging es gleich richtig zur Sache. Mit voller Konzentration und ordentlicher Krängung segelten die Boote in Richtung erste Luvtonne. Mir war klar, dass ich mit meinem Kat bei dieser Windstärke das volle Potential ausschöpfen konnte – wohlwissend dass ein kleiner Fehler im schlimmsten Fall mit Kentern bestraft würde. Es gelang mir, mich schnell abzusetzen und als erster die Luvtonne zu runden. Plötzlich machte sich Nervosität breit – hoffentlich lief es vor dem Wind genauso gut – denn da war ja noch der Yardstick … eine gute Platzierung wäre nur mit einem ordentlichen Vorsprung vor den anderen Booten möglich.

Auf der zweiten Kreuz schien der Wind etwas zuzunehmen und brachte leichten Regen mit. Ich konnte meine erste Position bis über die Ziellinie halten und beobachten, wie die anderen Boote nacheinander ins Ziel fuhren – mit einem Abstand von ca. 5 min waren ein Laser und eine Dyas auf Position 2 und 3. Nach ca. 30 Minuten waren alle Boote im Ziel.

Es gab keine lange Verschnaufpause – der Wind hatte sogar noch etwas zugenommen und kam im 2. Lauf mit Böen bis zu 7 Bft nach wie vor aus N-NO. Kurz nach dem Start wurde es etwas hektischer – aus dem Augenwinkel heraus sah ich einen Laser kentern der sich aber schnell wieder aufrichtete. Die Bedingungen waren noch ruppiger als beim ersten Lauf – vor allem manche Böen forderten vollen Einsatz von allen Crews ab. Eine Böe lies meinen Kat steigen – ich rutschte auf dem nassen Trampolin geradewegs in Richtung Wasser, konnte aber im letzten Moment noch die Großschot loswerfen und mich am Mast festhalten. Wieder auf Kurs, halfen mir die Böen jetzt Höhe zu laufen, und nach einigen Wenden erreichte ich wieder als erstes Boot die Luvtonne. Der Blick zurück zeigte einen respektablen Vorsprung vor den anderen Booten, den ich bis ins Ziel halten konnte – ein berauschendes Gefühl!  Auf Position 2 und 3 lagen – wie im ersten Lauf – ein Laser und eine Dyas. 

Vor dem dritten Lauf ließ der Wind nach, der Himmel klarte auf und die Sonne wärmte uns einen Moment lang. Kurz darauf kam wieder eine leichte Brise, diesmal jedoch aus SW, daher hatte die Regattamannschaft alle Hände voll zu tun, um die Bojen neu auszurichten. 

Der Start erfolgte nun in Richtung Campingplatz Maur. Die Regattaleitung hätte den Zeitpunkt für den Start nicht besser treffen können – mit dem Startschuss legte der Wind nochmal zu, um jedoch gleich wieder abzuflauen. Dennoch gelang es mir, irgendwie wieder als erster um die Luvtonne zu kreuzen, diesmal aber dicht gefolgt von einigen Yachten. An der zweiten Luvtonne stellte der Wind plötzlich ab und mein Kat war zwischen der Tonne und den vorbeiziehenden Yachten in den Windschatten geraten – Mist! Also erstmal Ruhe bewahren und abwarten. Glücklicherweise frischte der Wind auf – wieder aus einer anderen Richtung. Ein Blick Richtung Uster offenbarte auf bedrohliche Weise die Ursache – von Osten baute sich ein schwarzer Vorhang auf, der nochmals Regen, Hagel, aber auch Wind mit 3 - 4 Bft brachte. Das Ziel war die Leetonne, die durch den Winddreher kurzerhand zur Luvtonne mutiert war – im Regen war es gar nicht so leicht, die Position zu bestimmen. Ein langer Schlag nach Osten und eine Wende nach Nord brachten mich aber wieder auf Kurs – vor mir einige Yachten, zuvorderst eine Dyas. Die Trimmung meines A-Kats ist immer noch eine Herausforderung, aber mittlerweile habe ich ein gutes Gefühl dafür, wie Traveller, Grossschot, Unter-/Vorliekspannung und Mastrotation die Performance beeinflussen.  So konnte ich zur Dyas aufschließen und mich noch rechtzeitig vor der Tonne in Lee an ihr vorbeistehlen. 

Als ich näher an die Tonne kam, sah ich das Flaggensignal zur Bahnverkürzung – in dem Moment ein Segen, denn meine Füße waren mittlerweile trotz Neopren nur noch Eisklötze und die Zehen schon taub. Der Wind schwächte sich bereits wieder ab und die Sonne kam hinter den Wolken zum Vorschein. Ganz gemütlich ging es jetzt noch ins Ziel – auch wieder als Erster – unfassbar! Allerdings sehr knapp vor Peter Wider mit seiner Dyas – sofort dachte ich wieder an den Yardstick und segelte Richtung Trockenplatz.

Es war ein spannendes Rennen mit hervorragenden Windbedingungen und drei rasanten Läufen, die allen Crews ihr Können abverlangt hatten. Mit Spannung erwarteten wir die Rangverkündigung, während wir uns am Feuer aufwärmten.  Als Kat-Segler hat man trotz guter Zeiten meist keine hohen Erwartungen an eine Platzierung. So landeten bei den Jollen auch Noah Tschopp und Lauro Wydler mit ihren Lasern auf Rang 1 und 2. Ich konnte mir mit meinem A-Kat immerhin den Rang 3 sichern – mein bisher bestes Ergebnis am Greifensee.

Bei den Yachten konnte Heinrich Lange auf der Monas das Rennen für sich entscheiden. Martin Steiger landete mit der Corsaire auf Rang 2 und Peter Wider sicherte sich mit der Dyas Rang 3. 

Jetzt galt es noch, den Pokal für „De schnällscht Fälli im Früelig“ zu vergeben – ungläubig schaute ich Arno König an, als er meinen Namen aufrief – es dauerte einen Augenblick bis ich begriff, dass dies ein besonderer Moment werden sollte. Stolz nahm ich den Pokal entgegen – soweit ich das aus den Jahrbüchern nachvollziehen kann, ging der Pokal  fast immer an eine der Yachten im Club – nur einmal gelang es noch einem anderem Kat zu gewinnen – Fredi Leuthardt mit seinem Taipan vor 17 Jahren (2002). 

Nach der Auslosung der Wertgutscheine durften wir zum Schluss noch bei selbstgebackenen Brot und einem Glas Wein auf eine gelungene Regatta anstossen!

An dieser Stelle möchte ich allen Seglern nochmal zu ihren Leistungen gratulieren und allen Helfern herzlich für ihren Einsatz an Land und auf dem Wasser danken, insbesondere auch Arno König für einen perfekten Einstand als neuer Regatta Obmann und für die professionelle Durchführung und lockere Atmosphäre!

Niels Kubasch, SUI 176 (A-Katamaran)

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